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Weihnachten und Sylvester in Frankreich

Das wichtigste aller Feste ist natürlich Weihnachten. Es war ein wenig anders als normalerweise in meiner Familie, aber nichtsdestotrotz hat es mir sehr gefallen.

Weihnachten einmal ganz anders!
Alles fing damit an, dass wir zu Weihnachten keinen Weihnachtsbaum aufstellten. Die einzige Dekoration im Wohnzimmer, die von der weihnachtlichen Stimmung zeugte, war eine Krippe mit ziemlich vielen verschiedenen Charakteren.

Am 24. Dezember am Abend erfuhr ich dann, dass wir dieses Fest nicht zu Hause verbringen würden, sondern in einem gemeinschaftlichen Festsaal mit vielen anderen Bewohnern der Umgebung. Um acht Uhr war es dann schließlich so weit; wir zogen alle unser Festtagsgewand an und fuhren mit dem Auto los. Wir kamen etwas zu spät an, was typisch ist für wahre Franzosen!

Ein peinlicher Zwischenfall
Der erste Teil des Abends war recht sympathisch. Ich lernte neue Leute kennen, es gab ein riesiges Festbankett mit allem Drum und Dran und ich spielte sogar eine Partie Schach gegen einen Studenten.

Der zweite Teil des Abends war umso schlechter. Ich und mein Bruder François hatten uns bereit erklärt, ein wenig für die Gäste zu musizieren. Ich hatte vier Weihnachtslieder auswendig gelernt und war erfreut wieder einmal vor einem wahren Publikum spielen zu können. Begeistert fing ich an zu spielen, doch bereits nach den ersten zwei Takten versagte mein Erinnerungsvermögen jämmerlich. Mein Kopf wurde plötzlich total leer. Daraus folgte, dass ich mich unsterblich blamierte. Der Rest des Abends war eine endlose Qual für mich. Nach dieser Begebenheit hatte ich für zwei Monate nicht den Mut, mein Instrument erneut in die Hand zu nehmen.

Familienbande - und ich mittendrin!
Am 25. Dezember fand dann das tatsächliche Familienfest statt. Ich traf die ganze Familie meiner Gastmutter und wir machten einen großen Spaziergang in den Bergen. Am Abend, als wir dann wieder im engen Kreis der Familie waren, wurden die Geschenke ausgeteilt. Ich bekam ein großes 500-teiliges Puzzle und einige Kleinigkeiten.

Was mir noch sehr gefallen hat während Weihnachten war, dass die Kinder während der Festtage alle im selben Zimmer schliefen. Ich denke, dass dadurch das gemeinschaftliche Gefühl während Weihnachten deutlich gesteigert wurde und es gab mir noch mehr den Eindruck, dass ich wirklich dazugehöre.

Nach Weihnachten ging es dann auf eine Hütte (Châlet). Hier in Grenoble sind wir umgeben von Bergen, deshalb waren wir innerhalb einer Stunde auf unserer Hütte. Wir verbrachten vier Tage mit Schifahren und es war wirklich großartig. Am Anfang fiel es mir ein wenig schwer, mit dem Tempo meiner Geschwister mitzuhalten, doch glücklicherweise habe ich mich bis zum Schluss deutlich gesteigert. Auf den Schipisten trafen wir dauernd Bekannte - die Welt hier in Grenoble ist wirklich klein!

Das neue Jahr beginnt ...
Sylvester verlief wesentlich ungeplanter als Weihnachten, aber vielleicht hat es mir gerade deshalb so gefallen.

Mein gleichaltriger Bruder Sam und ich hatten uns in letzter Minute entschlossen, auf eine Fête zu gehen. Dieses Ereignis fand in einem Reifenlager statt. Da wir keine Lust hatten, alleine hinzugehen, nahmen wir noch zwei weitere Freunde mit.

Die Party an sich war leider ziemlich langweilig, aber die Leute, die wir dort kennen lernten, waren wirklich einmalig. Um elf Uhr entschlossen wir uns dann doch lieber, Sylvester zu Hause zu feiern als in diesem Reifenlager. Also gingen wir los und wie das Leben so ist, erwischte uns vier das neue Jahr mitten auf einer Landstraße. Wir wünschten uns alle ein schönes neues Jahr, beobachteten ein wenig das Feuerwerk und setzten schließlich unseren Weg fort.

Zu Hause angekommen spielten wir noch ungefähr 3 Stunden Poker bis wir uns schlussendlich schlafen legten.

Das waren meine Festtage in Frankreich.

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