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![]() | Oktober/November 2007Mittlerweile habe ich schon ziemlich viele Aktivitäten gefunden, sodass ich im Grunde genommen 24 Stunden am Tag und . . . 168 Stunden in der Woche von französischer Kultur, Sprache und Einfluss umgeben bin.
Ein, zwei Ereignisse würde ich noch gerne erzählen, die ich hier vor kurzem erlebt habe. Mein erstes Erlebnis fand in einer kleinen Straße in der Innenstadt von Grenoble statt. Eines Samstags klopfte es in der Früh an meiner Zimmertür. Ich öffnete und mein Bruder François kam hereingestürzt. Er ist ein etwas zerstreuter Typ und er hat immer außergewöhnliche Ideen. Er zögerte auch an diesem Tag nicht lange und fragte mich ohne Umschweife, ob ich Lust hätte mit ihm in die Stadt zu gehen und zu musizieren. Ich willigte natürlich sofort ein, denn seine Begeisterung für dieses Projekt hatte mich wirklich überzeugt. Eine halbe Stunde später saßen wir bereits im Bus Richtung Stadtzentrum, er mit seinem Akkordeon und ich mit meiner Zierharmonika. Je näher wir unserem Ziel kamen, desto nervöser wurden wir. Als wir uns dann tatsächlich in einer kleinen Straße auf das Spielen vorbereiteten war ich so aufgeregt, dass mir mein Instrument beinahe aus der Hand fiel. Schließlich begannen wir zu spielen. Wir wechselten uns immer ab, ein Lied er, ein Lied ich… Wir waren beide so begeistert von dieser Gelegenheit, dass wir mehr Fehler machten als gewöhnlich, doch den Leuten schien das nichts auszumachen. Im Gegenteil, einige blieben sogar stehen, um unseren Melodien zu lauschen. Schließlich erlebt man nicht an jeder Ecke ein Akkordeon-Zierharmonika-Double. Nach etwa 25 Minuten beendeten wir dann unser Konzert. In dieser kurzen Zeit verdienten wir ungefähr 10 €uro, aber die Erinnerung an dieses Ereignis hier in Frankreich überragt allemal die lukrative Seite. Leider konnten wir keine Fotos machen, denn wie sieht das aus wenn zwei waschechte Straßenmusikanten sich gegenseitig mit einer nagelneuen Digitalkamera gegenseitig fotografieren?! Seitdem haben wir abgemacht, dass wir spätestens zu Weihnachten diese Aktion mit Weihnachtsliedern wiederholen. Mein Gastbruder François mit seinem Akkordeon Mein zweites Erlebnis fand erst vor kurzem statt. Wir machten eine Wanderung in den Alpen nahe der Grenze zu Italien. Wir stiegen auf einen Gipfel in der Höhe von 2015 Metern. Es war fantastisch, wir waren über den Wolken. Einfach einmalig. Ich habe ziemlich viele Fotos geschossen und einige sind wirklich gut geworden. Zum Abschluss möchte ich euch noch ein paar Sachen beschreiben die für die Franzosen völlig normal sind aber für mich als Außenstehender einfach nicht zu übersehen sind. An erster Stelle sei zu erwähnen, dass die Franzosen viel mehr Ferien haben als die Österreicher. Sofern ich richtig gerechnet habe, und davon gehe ich aus, haben die Franzosen alles in allem um rund zwei Wochen mehr Ferien als die Österreicher. Das Zweite, das mir von Anfang an auffiel, sind die vielen Streiks und Demonstrationen. Beinahe jedes Wochenende findet eine Manifestation in der Innenstadt statt für und gegen die diversesten Motive. Gerade heute organisierten die Anarchisten eine große Manifestation, in der sie sogar den Bahnhof besetzten und blockierten. Außerdem wird so ungefähr einmal im Monat gestreikt. Es sind immer verschiedene Gewerkschaften, die den Streik ausrufen, deshalb hat sich unter der Schülerschaft die allgemeine Hoffnung auf einen Lehrerstreik breit gemacht, der bisher leider noch nicht eingetroffen ist. Ferner habe ich die aufschlussreiche Entdeckung gemacht, dass der Satz „Alle Franzosen essen viel Käse“ kein Vorurteil ist. Sie essen im Allgemeinen zumindest nach jeder Mahlzeit ein wenig Käse. Es gibt Millionen verschiedene Sorten und mittlerweile bin selbst ich ein wenig abhängig. Zum Abschluss noch eine kurze Beobachtung über die Preise der verschiedensten Waren hier in Frankreich. Dass es keine eigene Übersetzung für das Wort „billig“ gibt, sagt wohl mehr aus als ich erzählen kann. Man sagt statt billig „nicht teuer“(pas cher) oder „weniger teuer“(moins cher). Ich hoffe, ihr habt euch gefreut wieder einmal ein wenig von meinem französischen Leben gehört zu haben. | ||||||||
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