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August/September/Oktober 2007

Liebes Tagebuch,

jetzt bin ich schon über 3 Monate hier. Hier, das ist mein neues, vorübergehendes Zuhause. Hier, das ist Vantaa, eine Stadt keine 30 Minuten von Helsinki entfernt.

Aber angefangen hat alles in Österreich:
Die letzte Woche in meiner Heimat war eigentlich ganz entspannt, bis auf den Gedanken: „Oh mein Gott, dass ist das letzte Mal“, bei allem was ich machte. Ich hab alle Personen, die mir wichtig sind noch einmal gesehen, mich verabschiedet und sehr viel geweint! Aber nicht, weil ich besonders traurig war, sondern weil die Aufregung so groß war.
Und dann der letzte Abend, und der erste Morgen von meinem neuem, spannendem Leben.

Lebe wohl, Österreich - Hallo, Finnland!
Gemeinsam mit meiner Mama, meiner Schwester, meiner besten Freundin und einer sehr guten Freundin der Familie, die freundlicherweise Taxi für mich gespielt hat, ging es auf zum Flughafen. Alles total hektisch, denn es waren so viele Leute. Dann musste ich auch noch für mein vieles Übergepäck bezahlen, und dann der große Abschied! Weinend und meinen riesigen Teddy knuddelnd bin ich durch die Sicherheitskontrollen stolziert. Alle Leute haben mich angestarrt, am liebsten hätte ich laut geschrieen: „Ich geh’ für ein Jahr weg, ich darf weinen!". Ich hab’s aber gelassen.

Der Flug war ok, in Helsinki wurde ich wieder nervös, weil mein Gepäck hätte ja verloren gehen können, ist es aber nicht! Ich wurde schon erwartet, von ein paar übermotivierten YFU Leuten, die mir nach der Begrüßung sofort das gute Gefühl zurückgegeben haben. Dann haben alle Austauschschüler ein paar supertolle, lustige Tage, voll mit YFU Spielen und Workshops verbracht, bevor wir auf unsere Gastfamilien losgelassen wurden.

Leben im "Fünf-Mäderl-Haus"
Meine neue Familie - das sind meine Gasteltern Antero und Hanna, meine Schwestern Tiina (16 Jahre) und Pauliina (11 Jahre) und natürlich unsere Hündin Emppu. Meine Familie ist super, wir verstehen uns alle sehr gut, und obwohl wir jetzt 5 Mädls im Haus sind, gibt es keinen Streit um die Badezimmer Zeiten. Wir haben schon sehr viel gemeinsam unternommen, aber der Höhepunkt war für mich der Cruise nach Stockholm. Die Stadt ist wunderschön (auch wenn es die ganze Zeit geregnet hat), aber vor allem der Cruise war lustig.

Schule und Freizeit in Finnland
Wenn ich nicht gerade irgendwas Besseres zu tun habe, gehe ich auch in die Schule - nein, Spaß beiseite, eigentlich gehe ich jeden Tag, aber das stört mich nicht einmal, denn hier in Finnland, kann man sich seine Fächer selbst aussuchen, ich danke dem Kurssystem. Deshalb habe ich jetzt Fächer, in denen ich schon verstehe, was der Lehrer von sich gibt, und mein Finnisch ist auch schon über dem Smalltalk-Stadium.

In dieser Periode (davon gibt es 5 hier in Finni) habe ich Französisch, Latein, Englisch, Psychologie (in dem Fach verstehe ich eher weniger) und Sport. Nebenbei besuche ich noch einen Finnisch-Kurs an der Uni.

Auch in meiner Freizeit habe ich einen ziemlich vollen Terminkalender, 3-4 Mal die Woche Fußball Training und am Wochenende immer Matches. Und weil meine Gastmutter gerade auf einer langen Geschäftsreise ist, habe ich ihren Platz eingenommen und spiele jetzt einmal in der Woche mit meinem Gastvater Squash.

Wenn ich dann mal einen freien Abend habe, dann bleib’ ich am liebsten zu Hause, denn von der neuen Sprache, den langen Schultagen und dem vielen Sport bin ich immer soooo müde, dass ich sowieso sofort einschlafe.

Mökki und Sauna
Aber am Wochenende ist dann Zeit für andere Dinge als schlafen. Im Sommer ist es hier in Finnland üblich, dass die Familie gemeinsam ins Mökki (Sommerhaus) fährt. Unser Mökki ist in einem Wald, gleich an einem supergroßen See (welch Wunder in Finni!). Im Mökki gibt’s einen ganz anderen Tagesablauf: Lange schlafen, langes Frühstück, dann schwimmen oder lesen, Wasserski oder Wakeboard fahren, Trampolin springen, und gegen Abend gibt’s dann Sauna, mit kurzen Pausen zum Schwimmen gehen. Im Herbst und im Winter fährt nur der Antero ins Mökki, weil er Elche jagt in dem Gebiet. In unserem Haus gibt es aber Gott sei Dank auch eine Sauna. Jeden Sonntag abend ist bei uns Sauna-Tag, und jetzt, weil schon ein bisschen Schnee liegt, gehen wir hinaus in den Garten, in den Schnee, und dann schnell wieder zurück in die Sauna (es fühlt sich nicht einmal so kalt an im Schnee, echt!).

Das war’s mal über mein bisheriges Leben hier im Norden, jetzt zu Finnland und den Finnen allgemein:
Also zuerst muss ich sagen, dass die Finnen die ich getroffen habe, nicht gaaaaanz so schüchtern sind, wie man es erwarten würde. Ich hatte mich darauf eingestellt, dass die ersten 3 Wochen so gut wie keiner mit mir reden wird. Aber zu meiner Erleichterung reden wir hier von der alten Generation, denn die jungen Finnen sind sehr offen, auch wenn sie am Anfang ein bisschen zurückhaltend waren. Es ist doch ein bisschen viel, wenn eine Austauschschülerin aus Österreich kommt und dann noch die ganze Zeit redet, das sind sie einfach nicht gewohnt.

Jetzt zu dem Land:
Es ist WUNDERSCHÖN, echt, Wald, Wasser, überall, und sogar mitten im Zentrum von Helsinki. Mehr kann ich dazu nicht schreiben, würde nur in ein Schwärmen verfallen.

Okidoki, das war mein erster Eintrag, mein zweiter folgt bald!

Tagebuecher_Tina2
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