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August/September 2007

Heute schreibe ich meinen ersten Eintrag und ich habe ziemlich viele Erinnerungen gesammelt, von denen ich euch berichten möchte. Das erste Kapitel befasst sich natürlich mit meinem Abschied und meiner Abreise.

Abschied am Bahnhof

Als meine letzte Woche im Kreise meiner Familie anbrach, versuchte ich mir alles noch einmal gut einzuprägen und mit allen Familienmitgliedern Frieden zu schließen. Außerdem machte ich einen Großeinkauf, um die restlichen Sachen für mein Austauschjahr zu besorgen. Schwierigkeiten hatte ich bei der Wahl meiner Gastgeschenke, denn ich war mir nie sicher, ob sie sich freuen würden über meine Geschenke.

Dann kam der Tag meiner Abreise; ich verabschiedete mich am Vormittag von meiner ganzen Familie, abgesehen von meiner großen Schwester, die mich noch bis Wien begleitete. In der Hauptstadt traf ich noch einmal die YFU-Ehrenamtlichen (Alex + Bent), die mir den Weg erklärten und mir die Fahrkarten übergaben. Außerdem erfuhr ich zwei weitere sehr interessante Dinge: Erstens, ich war der letzte Austauschschüler, der in diesem Sommer Österreich verließ, und zweitens war ich der Einzige, der mit dem Zug fuhr, was aber insofern sehr gut für mich war, da ich sehr viel Gepäck hatte.

Dann verabschiedete ich mich noch ein letztes Mal und bekam von meiner Schwester ein Überraschungsgeschenk: ein Photoalbum, das bis zur Hälfte gefüllt war (die andere Hälfte soll ich bis zum Sommer mit meinen Photos aus dem Austauschjahr füllen). Ich stieg in den Zug und ließ meine Vergangenheit hinter mir. Im ersten Zug war es ziemlich ungemütlich, denn ich hatte so viel Gepäck, dass ich mit meiner Ziehharmonika in einem Bett schlafen musste. Nach dem Umstieg in Straßburg in den TGV funktionierte es dann schon besser.

Meine ersten Eindrücke

Als ich in Paris ankam, wurde ich bereits von einer YFU-Mitarbeiterin erwartet. Wir fuhren ins „centre de sejour“, wo sich bereits andere Austauschschüler befanden. Eine alte Bekannte traf ich dort auch, meine Tierchengruppenleiterin Theo von der Vorbereitungstagung - das bereitete mir unglaubliche Freude, denn ein bekanntes Gesicht ermutigt immer! Neben dem Einstiegsseminar begeisterte mich zweifelsohne die Besichtigung der Stadt Paris mit einer Bootfahrt auf der Seine. Paris ist eine der schönsten Städte die ich bisher sah.

FRA_ATS


Und nun zu meiner eigentlichen Ankunft in der Familie Dell’Agnola und der herzlichen Aufnahme

Am 23.8.2007 war es dann soweit. Ich fuhr mit dem Zug von Paris nach Grenoble, wo ich bereits von meiner Familie mit einem Willkommensschild erwartet wurde. Meine Gastmutter Edith, mein Gastvater Gabriel und zwei meiner Gastgeschwister, François und Anne, begrüßten mich herzlich. Wir fuhren in das Dorf Varces, wo die Familie ihre Residenz hat. Dort angekommen, wurde ich von einem weiteren Familienmitglied begrüßt, dem Hund Pepsi.

Ich hatte wirklich Glück, dass ich meine steirische Harmonika mitgenommen hatte, denn so konnten wir die peinlichen Stillepausen mit Musik überbrücken. Übrigens spielt mein Bruder François Akkordeon und die Musikbegeisterung in der Familie ist förmlich zu spüren. Seitdem habe ich auch schon den letzten Sohn, Sam, kennen gelernt, der damals noch auf Urlaub in Marseille war.

Familienleben und die ersten Tage in der Schule

Mit meiner Familie verstand ich mich von Anfang an sehr gut und gleich am zweiten Tag machten wir eine Tageswanderung auf einen Berg (Bec de Lorient) in der Nähe. Ebenfalls in der ersten Woche lernte ich meine neue Großmutter (Mamie) kennen. Sie ist sehr nett, aber ich wurde im Voraus gewarnt, dass man bei ihr dauernd essen muss und die Warnung war zu Recht. Jedes Mal wenn ich zu ihr ging wurde ich mit einem 4-5 Menü erwartet.


FRA_Gastfamilie beim Wandern
Gemeinsam erstürmten wir das Gipfelkreuz - mein Gastvater, meine Gastschwester, und ich!


Und nun zur Schule, dem wohl interessantesten Thema für Leser meines Alters. Ich verstehe nicht allzu viel, wenn die Lehrer sprechen, denn sie sprechen ziemlich schnell. Ich gehe in eine Science Klasse und ich habe schon bemerkt, dass naturwissenschaftliche Fächer sehr ernst genommen werden. Meine zwei liebsten Fächer sind Mathematik, hierfür wurde ich im Kepler Gymnasium gut vorbereitet; und Englisch.

Einige organisatorische Dinge noch zur Schule in Frankreich: Hier kann man nicht wählen, in welche Schule man gehen will, sondern man wird, je nach dem wo man wohnt, einer Schule zugeteilt. Deshalb gibt es weniger Schulen, aber die sind dafür umso größer. Meine Schule zum Beispiel hat ungefähr 1000 Schüler auf alle Jahrgänge aufgeteilt. Das sind enorm viele Schüler in einem Jahrgang.

Da man bis durchschnittlich 17:00 in der Schule ist, nimmt man das Mittagessen in der Schulkantine zu sich - für mich war das etwas ganz Neues, das ich von meiner österreichischen Schule noch nicht kannte. Bis jetzt kann ich sagen, dass das „Lycée les eaux claires“ eine wirklich gute Schule ist!

Tagebuecher_Balint2
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