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![]() | Litauen "Ein Volk wie eine große Familie"Konstantin Käppner war 2005/2006 YFU-Austauschschüler in Litauen Ein Austauschjahr ist, als würde man für ein Jahr ein völlig neues Leben ausprobieren – denn obwohl Litauen gar nicht einmal so weit entfernt liegt, hat es doch eine unterschiedliche Kultur.
![]() Heimisches Flair in Vilnius Es sind die vielen Unterschiede, egal wie groß oder klein, die das ganze Jahr so interessant machen. Ich komme aus Berlin, deswegen ist Vilnius mit 600.000 Einwohnern für mich eine relativ kleine Stadt. Ich bin es einfach nicht gewohnt, ständig Bekannte zu treffen. Dadurch entwickelt Vilnius aber ein sehr heimisches Flair, das mir unheimlich gut gefällt. Auch hilft es eine Menge beim Eingewöhnen, dass ich hier schon so viele Leute kenne, obwohl ich noch nicht sehr lange hier lebe und nicht mal gutes Litauisch spreche. Es ist interessant zu sehen, dass dieses Volk wie eine große Familie ist, und man erfährt eine Menge an gegenseitiger Hilfe. Es ist zwar nicht immer ganz leicht, aus dem zu 60 Prozent atheistischen Berlin in das zu 85 Prozent katholische Litauen zu kommen, aber es geht doch immer irgendwie. Begeistert von Schuluniformen In Deutschland besuche ich ein musikbetontes Gymnasium und zudem eine der besten Schulen Berlins. Hier bin ich Schüler des Vilniaus Jėzuitų Gimnazija, eines mehr als dreihundert Jahre alten Jesuitengymnasiums, das zu den besten Schulen Litauens zählt. Hier ist zum Beispiel Schuluniformen Pflicht – und ich bin davon begeistert! Das würde ich auch gerne an meiner Schule in Berlin einführen, weil die Uniformen das Gemeinschaftsgefühl ungemein stärken. Außerdem wird es einem unheimlich leicht gemacht, morgens sein Outfit zusammen zu stellen. ![]() Erweitertes Weltbild Als Kind aus der ehemaligen DDR bin ich sehr interessiert daran, den ehemaligen „real existierenden Sozialismus“ mit einer ehemaligen Sowjetrepublik zu vergleichen. Ich konnte mir bis vor kurzem nicht vorstellen, dass es so schwer sein kann, eine öffentliche Schwimmhalle zu finden. Ich hätte auch nie gedacht, dass es so viele Unterschiede gibt, aber mein Weltbild wurde dadurch noch ein Stück erweitert. Spaß in der Gastfamilie Auch ist meine Familie in Deutschland ganz anders als meine jetzige Familie. Ich komme aus einer Arbeiterfamilie und meine Familie hier gehört schon zur Bürgerklasse. Zum Beispiel ist ihr Haus vollkommen anders als unsere Wohnung in Berlin. Das sind allerdings Unterschiede, die zwar offensichtlich sind, letztendlich aber unwichtig. Ich will später einmal für die Europäische Union arbeiten und es freut mich unheimlich, dass mein Gastvater im Umweltministerium für die Verteilung der EU-Gelder zuständig ist. Wir haben eine Menge Spaß zusammen und auch wenn wir politisch nicht immer ganz einer Meinung sind, führen wir sehr oft wunderbare Diskussionen. ![]() Ständiger Wandel Sicher wäre es einfacher gewesen, eine andere Sprache in einem anderen Land zu lernen, da Litauisch nicht sehr leicht ist – aber ich möchte den Wandel, den Litauen gerade durchläuft, nicht missen. Jeden Tag verändert sich etwas und man kann der Wirtschaft wie Sonnenblumen beim Wachsen zusehen. „Heimat“ mit völlig neuer Bedeutung Man lernt im Austauschjahr nicht nur die Kultur des Gastlandes kennen und schätzen, sondern auch die eigene. Seit kurzer Zeit hat das Wort „Heimat“ eine völlig neue Bedeutung für mich. Das schönste Jahr meines Lebens Ich bin überglücklich in Litauen und möchte mich hiermit bei meiner Gastfamilie, meinen Förderern und bei YFU dafür bedanken, dass ich das schönste Jahr meines Lebens realisieren kann! | ![]() | |||||||
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