
| Chile "Rückblick"Florian Schläfli war 2002/2003 YFU-Austauschüler in Chile. Voller Neugierde schaue ich aus dem Fenster des kleinen Busses, der uns vom Flughafen ins Hotel bringt. Wir fahren durch einen ziemlich armen Teil der 6-Millionen Stadt Santiago, und die Unterschiede zur Schweiz sind gleich sehr markant. In der Innenstadt angekommen bewundere ich den wunderschönen Baustil der Kolonialzeit. Sowieso entdeckt man sogleich sehr viele Boten aus vergangener Zeit, aber auch die vielen Menschen in den Strassen fallen einem gleich auf – es herrscht Leben überall.
Zwei Wochen später sitze ich bereits in der Schule, in der ich mit der etwas kindlichen Art der Chilenen gut zurecht komme. In der Schule arbeiten nur einige wenige richtig mit, was mir zu Gute kommt, da sich alle brennend für mich interessieren, und ich ständig in Gespräche verwickelt bin. Am Anfang ist es noch ein wenig ungewohnt in der Schule, da es üblich ist, Uniformen zu tragen, zu beten und manchmal auch die National- und Schulhymne zu singen.
Nach gut zwei Monaten habe ich zum ersten Mal die Gelegenheit, dieses wunderschöne Land zu entdecken. Mit YFU fahren wir zwei Wochen lang in den Süden von Chile und sehen wundersame Natur und idyllische Orte. Es sollte eine von vielen Reisen sein, welche mich noch in Wüsten, aber auch in polare Gebiete bringen sollten.
Die Chilenen sind sehr kontaktfreudig, und so komme ich schnell in den Genusse eines Carrete, einer Party, wo man sich zuerst den Bauch mit Fleisch voll schlagen kann und danach gefeiert wird. Aber natürlich besteht mein Leben nicht nur aus Partys und Reisen; das Alltagsleben kehrt relativ schnell ein, und ich versuche, meine Tage abwechslungsreich zu gestalten. Dank vielen Bussen kann ich mich frei bewegen. Oft spielen wir Fussball, aber auch zu Hause ist mit meinem kleinen Gastbruder viel los. In der Hausarbeit muss ich mich zum Glück nicht beteiligen, da wir eine Angestellte haben. Was mich ein wenig stört, ist die schlechte Luft. Im Winter wird uns manchmal sogar verboten, Sport zu treiben. Die Strassen sind oft verstopft, und wenn es regnet, kommt es gleich zu Überschwemmungen, aber trotzdem fahren alle mit ziemlich hoher Geschwindigkeit.
Wieder in der Schweiz angekommen, fehlt mir vor allem die herzliche Art dieser Menschen, aber ich vermisse auch dass man in Chile nicht immer pünktlich sein musste und allgemein die Art zu leben. Deshalb werde ich sicher zurück kehren. |  |