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Schweden "Eine neue Sprache, eine zweite Familie, viele tolle Erfahrungen"

Kersten Stegmann war 2003/2004 YFU-Austauschschülerin in Schweden

Schweden war schon immer mein Traum – die Entscheidung, als Austauschschülerin dahin zu gehen, kam allerdings eher spontan bei Anblick eines Plakates von YFU.

Während der Bewerbungsphase wurde mein Wunsch, am Programm teilzunehmen, immer stärker. Nach der sehr lang erscheinenden Auswahlphase kam der erlösende Brief, dass ich einen Platz bekommen hatte. Damit begann die Vorbereitungsphase, die im Nachhinein sehr nützlich und schön war, mir gerade zu Beginn des Austauschjahres aber irgendwie zu lang erschien.

Es geht los!
Im August ging es dann endlich los, zu einem drei Tage dauernden Anfangscamp und dann von dort aus in die Gastfamilien.

Meine Gastfamilie wohnte in Limhamn in Südschweden, eingeklemmt zwischen Malmö und dem Meer. Drei Tage später ging dann auch gleich die Schule los, und nirgendwo verstand ich etwas, da ich kein Schwedisch konnte.

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Am Anfang war es sehr anstrengend, nichts zu verstehen und sich in einem völlig neuen Umfeld zu Recht zu finden. Allerdings bekam ich von meinen Gasteltern und von meinen kleinen Gastbrüdern (damals 6 und 9 Jahre alt) viel Unterstützung, und von meinen Mitschülern und den Lehrern in der Schule auch.

Lockere Lehrer
In Schweden nimmt die Schule einen zentralen Platz ein, meistens ist man von acht Uhr morgens bis vier Uhr nachmittags dort. Der Unterricht erschien mir, als ich dann etwas verstehen konnte, sehr locker. Die Lehrer werden geduzt und das Verhältnis zu den Lehrern ist eher kameradschaftlich.

„Fika“ und Fechten
Öfters gingen wir nach der Schule zum in Schweden sehr beliebten „fika“. Das heißt, man trifft sich in einem der zahlreichen Cafés zum Kaffee trinken und unterhalten.

Dann ging ich zweimal die Woche fechten, wie ich es auch hier tat und tue. Meine Gastbrüder fochten auch und so fuhren wir auch öfter mal auf Turniere und ich sah einen Teil von (Süd-)Schweden.

Auch sonst unternahm ich viel mit meiner Gastfamilie. Wir machten Ausflüge in der nahen und fernen Umgebung, verbrachten Wochenende im Sommerhaus und segelten ein paar Mal.

Wie echte Geschwister
Zu meinen Gastbrüdern hatte ich bald ein Verhältnis wie zu leiblichen Geschwistern. Wir hatten viel Spaß miteinander, es gab aber auch mal kleine Streitereien – wie bei echten Geschwistern eben.

Mit meiner Gastmutter kochte ich viel, sie brachte mir eine Menge schwedischer Gerichte bei. Gleichzeitig war es eine schöne Weise, in das Familienleben mit einbezogen zu werden.

Dann waren da natürlich noch die ganzen schwedischen Feste, die Adventszeit mit „Sankta Lucia“, der Waffeltag, Ostern, der schwedische Nationaltag und natürlich „Midsommar“, das wohl schwedischste Fest.

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Schwedisch lernen
Auch das Sprachelernen war überraschend einfach. Von YFU Schweden bekamen wir einen Schwedischkurs, der die aller einfachsten Grundkenntnisse vermitteln sollte, also wie man heißt, woher man kommt und so weiter. Auf dem Ankunftslager wurde versucht, uns noch ein Grundvokabular zu vermitteln.

Am Anfang ging es mir trotzdem so, dass ich nichts verstand, aber mit Hilfe konnte ich dann nach einem Monat ein wenig verstehen und mit Hilfe des Wörterbuches auch einige kleine Sätze verfassen. Nach etwa zwei Monaten konnte ich mich dann auch schon äußern und nach etwa drei Monaten klappte das dann sehr gut. Die Sprache war also kein Hinderungsgrund – man braucht allerdings Durchhaltevermögen.

Unterschiede
Da Schweden auch in Europa liegt, hat es ähnliche traditionelle Wurzeln, zum Beispiel den christlichen Glauben. Trotzdem findet man im Alltäglichen immer wieder Unterschiede im Verhalten, in Wertungen und natürlich im Feiern der traditionellen Feste.

Ich kann es auf jeden Fall nur empfehlen, in ein Land zu gehen, dessen Sprache man nicht kennt – und das nur vermeintlich so gleich ist wie die Heimat. Es lohnt sich, die Unterschiede zu entdecken!

Karte Schweden
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