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![]() | Argentinien "Amerika – warum immer nur in die USA?!"Nathalia Rieger war 2003/2004 YFU-Austauschschülerin in Argentinien. Für meine Mutter war es ein riesiger Schock, als ich im Frühjahr 2003 den Brief von YFU bekam, in dem in fett gedruckten Buchstaben stand: Argentinien. Ich würde also nicht nach Frankreich und auch nicht in die französische Schweiz fahren, die Länder, die ich an erster und zweiter Stelle angegeben hatte.
![]() Argentinische Traditionen Als es dann wärmer wurde (ich kam nämlich in Buenos Aires Ende Juli, also im tiefen Winter an!), begannen die „asados“, das typische argentinische Barbecue. Dabei wird das Fleisch – meist ist es vom Rind – mehrere Stunden gegrillt, gewendet und scheibenweise in immer kleinere Stücke geschnitten, bis es irgendwann ungefähr die Größe eines uns geläufigen Bratens erreicht. Diese sehr aufwendige Prozedur wird ausschließlich von Männern bewerkstelligt. Ein Elektrogrill wäre für einen Argentinier unvorstellbar! Genauso unvorstellbar sind die für unsere Verhältnisse Mengen an Fleisch, die bei solch einem „asado“ verzehrt werden: Pro Kopf wird mit bis zu einem Kilo gerechnet! Doch wenn man je das so vorzügliche Fleisch probiert hat, versteht man, warum. Gartenparty zu Weihnachten Zunächst hatte ich die Befürchtung, dass mich an Weihnachten ein ganz schreckliches Heimweh ergreifen würde. Doch dazu kam es zum Glück nicht, denn für Heimweh war an Heiligabend überhaupt keine Zeit: Bis zum Abend war die ganze Familie mit den Vorbereitungen für die Feier beschäftigt, da wir um die dreißig Gäste erwarteten. Wir liefen alle super zurechtgemacht in luftigen Kleidern herum, da gerade der Sommer begonnen hatte und es seit mehreren Wochen nie unter 30 Grad waren. Zuerst wurde, wie zu jeder festlichen Angelegenheit, gut und viel zu viel gegessen. Punkt zwölf Uhr nachts war Bescherung an der bis zur Decke reichenden, scheußlich-kitschig geschmückten Plastiktanne. Da es in unser großen Verwandtschaft nicht möglich gewesen wäre, jedem einzelnen etwas zu schenken, hatte vorher jede Familie eine andere per Zettelchen aus einem Topf zugewiesen bekommen und nur dieser etwas geschenkt. Als alle mit dem Geschenkeauspacken fertig waren, gingen wir in den Garten, um die Feuerwerke zu bestaunen und selbst welche zu zünden. Langsam verblassen diese vielen schönen Erinnerungen, ganz besondere Momente, die mir in Argentinien widerfahren sind. Das macht mich zum einen etwas traurig, zeigt mir aber auch, dass ich den Sprung zurück in meine alte Umgebung geschafft habe. In meinem Austauschjahr habe ich so viele neue Eindrücke gewonnen, Erfahrungen gemacht, die ich daheim nie hätte gewinnen können und die ich auf keinen Fall missen möchte! ![]() | ![]() | |||||||
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